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Kieferorthopädische Zahnspangen – Anfertigung und Tragehinweise

Für alle Arten von kieferorthopädischen Apparaturen sind in der Zahnarztpraxis folgende Maßnahmen erforderlich:

– eine Panorama-Röntgenaufnahme aller Zähne
– Zahnabdrücke zur Anfertigung von Studienmodellen zu Beginn der kieferorthopädischen Behandlung.

 

FESTSITZENDE KIEFERORTHOPÄDISCHE APPARATUR

Einsetzen:
Kieferorthopädische Brackets werden auf alle Zähne aufgebracht und mit Kompositmaterial verklebt. Ein dünner, kaum sichtbarer Drahtbogen wird in die Bracketschlitze eingesetzt und mit transparenten, unauffälligen elastischen Ligaturen befestigt. Bei Bedarf können die Brackets während der Behandlung mit einem Spezialinstrument entfernt und neu positioniert werden. Weder die Brackets noch das Komposit-Befestigungsmaterial beschädigen den Zahnschmelz.

Hinweise zum Tragen:
Eine festsitzende Apparatur muss bei regelmäßigen Kontrollterminen alle 4 bis 6 Wochen nachjustiert (aktiviert) werden. Ohne regelmäßige Nachjustierung ist die Behandlung nicht erfolgreich und die Zähne bewegen sich nicht. Die regelmäßige Wahrnehmung der Kontrolltermine hat einen wesentlichen Einfluss auf die Dauer der gesamten kieferorthopädischen Behandlung. Nach dem Einsetzen der Apparatur sowie nach Kontrollterminen kann es zu einer leichten Empfindlichkeit der Zähne kommen, die jedoch nicht länger als zwei bis drei Tage anhält. Mundschleimhaut und Lippen benötigen eine gewisse Zeit, um sich an die Brackets zu gewöhnen. Zur Erleichterung der Gewöhnung wird weiches Wachs verwendet; dieses wird vom Patienten selbst aufgetragen und beim Einsetzen der Apparatur ausgehändigt. Die transparenten elastischen Ligaturen, die den Drahtbogen mit den Brackets verbinden, werden bei jedem Kontrolltermin gewechselt. Sie können sich zwischen zwei Terminen durch Farbpigmente aus Speisen und Getränken verfärben. Es gibt auch selbstligierende Brackets, die keine elastischen Ligaturen benötigen und in bestimmten Fällen zum Einsatz kommen. Es kann vorkommen, dass sich ein einzelnes Bracket während der Behandlung löst. In diesem Fall ist es notwendig, die Praxis anzurufen und einen Termin zu vereinbaren, damit das Bracket wieder am Zahn befestigt werden kann. Um ein Lösen oder Abbrechen der Brackets zu vermeiden, sollte auf die Ernährung und bestimmte Gewohnheiten geachtet werden. Patienten mit festsitzenden Apparaturen sollten Speisen nicht direkt abbeißen, sondern mit Messer und Gabel in kleinere Stücke schneiden. Zudem sollten klebrige Speisen und Karamell vermieden werden, da alles, was das Bracket vom Zahn lösen könnte, ein Risiko darstellt.

Während des Tragens einer festen Zahnspange kann der Patient alles essen, sollte jedoch vermeiden, direkt in ein Sandwich oder einen Apfel zu beißen. Stattdessen sollten die Lebensmittel mit der Hand in Stücke gebrochen oder mit einem Messer geschnitten und diese kleineren Stücke in den Mund gegeben werden. Die Mundhygiene während der Tragezeit muss ausgezeichnet sein, um die Ansammlung von Speiseresten und Bakterien sowie die Bildung von Plaque zu verhindern, da dies zu Zahnfleischentzündungen und Karies führen kann. Es wird empfohlen, Zahnstein alle sechs Monate – oder bei Bedarf häufiger – entfernen zu lassen. Bei manchen Patienten kann das Zahnfleisch während der Behandlung leicht anschwellen und die Zahnkrone teilweise bedecken; nach Entfernung der Zahnspange bildet es sich jedoch zurück und normalisiert sich innerhalb von zwei Wochen.

Entfernung der festen Zahnspange:
Die Behandlung dauert mindestens ein Jahr, da dies der Mindestzeitraum ist, den die Zähne benötigen, um sich zu bewegen, sich anschließend im Knochen zu stabilisieren und ein dauerhaftes Ergebnis zu erzielen. Im Durchschnitt dauert die Behandlung in unserer Praxis 1 bis 1,5 Jahre. Nach der Zahnbewegung ist ebenso viel Zeit für die Stabilisierung im Knochen erforderlich; daher müssen Patienten nach Abschluss der Behandlung mit einer festen Zahnspange sogenannte Retentionsgeräte (Halteapparaturen) tragen. Die Dauer dieser Retentionsphase ist individuell verschieden und hängt von der ursprünglichen Fehlstellung, dem Alter und dem Zustand des Zahnhalteapparats ab. Es gibt zwei Arten von Retentionsgeräten: 1. festsitzende (die Zähne werden auf der Rückseite durch einen Draht und Komposit-Kunststoff miteinander verbunden) und 2. herausnehmbare (transparente Retainer).

Nach Entfernung der festen Zahnspange sollte der Retainer im ersten Monat durchgehend getragen werden (außer beim Essen und Trinken); anschließend wird die Tragezeit schrittweise reduziert. Während der Retentionsphase müssen sich die Patienten mindestens drei- bis viermal jährlich zur Kontrolle vorstellen.

Vor und nach einer kieferorthopädischen Behandlung mit fester Zahnspange

 

HERAUSNEHMBARE ZAHNSPANGE

Herstellung:
Auf der Grundlage eines Gebissabdrucks des Patienten fertigt das kieferorthopädische Labor eine herausnehmbare Zahnspange an, die in verschiedenen Farben erhältlich ist. Sie besteht aus einer Kunststoffplatte sowie Drahtelementen und lässt sich sehr einfach einsetzen.

Tragezeit:
Die herausnehmbare Zahnspange wird durchschnittlich etwa 14 Stunden am Tag getragen – vorwiegend nachts sowie tagsüber, wann immer es dem Patienten möglich ist. Die Behandlungsdauer ist sehr individuell und hängt vom jeweiligen Fall ab. Eine herausnehmbare Zahnspange erfordert eine gute Mitarbeit des Patienten. Da sie meist bei Kindern zum Einsatz kommt, sind eine positive Einstellung und die Unterstützung durch die Eltern äußerst wichtig. Kontrolltermine alle 6 bis 8 Wochen sind bei dieser Art von Zahnspange obligatorisch.

Behandlungsmöglichkeiten:
Im Vergleich zu einer festen Zahnspange bietet eine herausnehmbare Zahnspange nur begrenzte Möglichkeiten zur Zahnbewegung. Sie wird bei jüngeren Kindern eingesetzt, wenn die Entwicklung der Zahnbögen beeinflusst, das Wachstum gesteuert oder schädliche Gewohnheiten wie Zungenpressen oder Daumenlutschen abgewöhnt werden sollen. Eine solche Therapie bei jüngeren Kindern beugt der Entstehung schwerwiegenderer Fehlstellungen vor; sie ist jedoch keine Garantie dafür, dass das Kind später – nach dem Durchbruch aller bleibenden Zähne – keine feste Zahnspange benötigt. Eine Behandlung mit herausnehmbaren Geräten in jüngeren Jahren kann helfen, bestimmte Fehlstellungen erfolgreich zu korrigieren, die Dauer einer späteren festen Behandlung zu verkürzen und ein besseres Ergebnis zu erzielen. Auch Erwachsene können eine herausnehmbare Zahnspange tragen, allerdings nur für geringfügige Zahnbewegungen.

 

ORTHOCAPS – UNSICHTBARE KIEFERORTHOPÄDIE

Herstellung:
Ob und wie der Fall eines Patienten mit der Orthocaps-Therapie behandelt werden kann, entscheidet die Orthocaps-Zentrale in Deutschland; dort werden die Aligner für alle weltweit lizenzierten Praxen gefertigt. Die Praxis erstellt professionelle Fotos, die als Grundlage für die Abstimmung der Behandlungsmöglichkeiten dienen, und sendet spezielle Abdrücke ein, aus denen die Aligner zur Zahnbewegung hergestellt werden. Jeder Patient erhält eine große Box mit Alignern. Während der Produktion in Deutschland erstellt ein Computersystem die Aligner individuell für jeden Patienten. Der Patient erhält eine Box mit seinen Alignern (CAPS), die er alle drei Wochen gegen neue austauscht; jeder neue Aligner bewegt die Zähne erneut um einen Bruchteil eines Millimeters. Orthocaps verwendet während der Behandlung sowohl weiche (SOFT CAPS) als auch harte Aligner (HARD CAPS), da wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass diese Methode der Zahnbewegung am gesündesten für das Zahnbett (Parodontium) und am effektivsten ist. Oft ist es bei Orthocaps erforderlich, vor Behandlungsbeginn kleine, nahezu unsichtbare Komposit-Stopper auf einigen Zähnen anzubringen und eine Schmelzreduktion (Stripping) durchzuführen. Diese Stopper ermöglichen unterschiedliche Arten der Zahnbewegung.

Stripping – hierbei handelt es sich um eine minimale Reduktion der Zahnbreite mittels spezieller Streifen. Dieses Verfahren wird weltweit in der Kieferorthopädie bei Platzmangel angewandt; bei Orthocaps führt der Behandler diesen Schritt während der Kontrolltermine präzise nach den Vorgaben der Orthocaps-Zentrale durch.

Tragezeit:
Der Patient muss die Trageanweisungen strikt befolgen. Die Aligner werden 24 Stunden am Tag (mindestens 22 Stunden) getragen und nur zum Essen oder Trinken (außer bei Wasser) herausgenommen. Der Vorteil dieser Behandlungsmethode liegt darin, dass die Schienen herausnehmbar sind, die Mundhygiene erleichtert wird und sie zu besonderen Anlässen abgenommen werden können. Zu Beginn eines neuen dreimonatigen Zyklus trägt der Patient in der ersten Woche zunächst nur die weichen SOFT CAPS; in den darauffolgenden zwei Wochen werden tagsüber HARD CAPS und nachts SOFT CAPS getragen. Behandlungsdauer: Sie beträgt je nach Fall etwa ein Jahr, maximal anderthalb Jahre. Die Orthocaps-Zentrale entscheidet, ob die Behandlung in einer Phase oder – bei komplexeren Fällen – in zwei bis drei Phasen erfolgt. Das bedeutet: Wenn Orthocaps festlegt, dass die Behandlung in mehreren Phasen verläuft, muss nach der ersten Phase ein neuer Abdruck genommen werden. Dieser wird erneut nach Deutschland geschickt, von wo aus eine neue Box mit den Schienen für die weitere Behandlung geliefert wird. In diesem Fall trägt der Patient lediglich die zusätzlichen Kosten für den DHL-Versand und die Rücksendung. Nach Abschluss der Zahnbewegungsbehandlung trägt der Patient den letzten Aligner noch ein weiteres Jahr lang nachts.

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